Stadionposse die 758.

Veröffentlicht auf von Murxx

Heute war im "Sonntag" zu lesen, "Stadionentscheidung nicht vor Juli". Dieses Thema wird im Karlsruher Gemeinderat frühestens im Juli behandelt. Es wären noch eine Reihe von Punkten offen, die noch geklärt werden müssen.

Aha. Da muss man sich mal wieder verwundert die Augen reiben. So langsam blickt da niemand mehr durch, am wenigstens wohl die verantwortlichen und handelnden Personen höchstselbst. Die Entscheidung soll also im Juli 2008 fallen, dabei wurde am 13. März 2006 über das Presseamt der Stadt Karlsruhe vermeldet, dass die Entscheidung gefallen sei und das Wildparkstadion umgebaut wird.


Im März 2006 ist also die Entscheidung pro Umbau gefallen, im August 2006 ließ der KSC verlauten, dass er sich an einer Besitzgesellschaft nicht beteiligen kann. Schuld daran sind wohl "Altlasten", Verträge aus der Vergangenheit. 1997 gab es nämlich die Stadionpläne aus der Pfalz mit den berühmten vier Bürotürmen. Deswegen wohl der Rückzug des KSC aus der geplanten Besitzgesellschaft, da die Regressforderungen den Spielbetrieb gefährdet hätten.
Daraufhin wurden die Beschlüsse des Gemeinderats vom Frühjahr wieder aufgehoben und die Stadt KA fing an zu prüfen, ob ein Umbau in Eigenregie (mit einer städtischen Gesellschaft) möglich ist. Es folgten neue Prüfungen, Beschlüsse, Einigungen in Hülle und Fülle, garniert mit Schuldzuweisungen, um dann wieder umgeworfen zu werden. 

Im November 2007 dann "endgültig" grünes Licht für den Umbau. Der Gemeinderat hat dem Finanzierungsmodell der Miete über die Ticketeinnahmen zugestimmt. Denkste "endgültig". Anfang April diesen Jahres der nächste Stolperstein in Sachen Umbau. Die veranschlagten 58 Millionen müssen nach oben korrigiert werden. Lt. OB Fenrich müssen ca. 17 Millionen mehr veranschlagt werden. Grund dafür wären die vom KSC geforderten "Parkierungsanlagen" für die VIPs, das lichtdurchlässige Dach, die neuen Medienrichtlinien der DFL und die Baukostenentwicklung.

Um es auf den Punkt zu bringen, der Umbau mehrmals beschlossen und verkündet und doch in weiter Ferne.

Da muss man sich nicht wundern, wenn plötzlich der Brettener OB auf den Plan tritt und sich zu Wort meldet. Dass ein Umbau des Wildparks nur Flickschusterei sein wird und nur ein Neubau an einem anderen Standort langfristig gesehen sinnvoll ist, ist so abwegig nicht. Das Gleisdreieck ist wirklich eine gute Alternative, aber OB Fenrich schließt einen anderen Standort rigoros aus. Kein Wunder, was soll er denn sonst mit dem verlassenen Wildpark auch anfangen?

Bemerkenswert ist allerdings, dass die Stadt ein Stadion für über 70 Millionen (+ zig Millionen zusätzlich) umbauen will. Andernorts entstehen dafür komplett neue Stadien. Ebenfalls bemerkenswert, man weiß, was es kostet, ohne zu wissen was man überhaupt baut.

Das Kasperletheater geht also weiter.

Veröffentlicht in Karlsruher SC

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