Karlsruher FV - deutsche Fußballtradition

Veröffentlicht auf von Murxx

Der Karlsruher Fußballverein wurde 1891 auf dem Engländerplatz gegründet. Dort, wo das alte Fanprojekt der KSC-Fans beheimatet war und die Stadt diese unendlich hässliche Mensa hingestellt hat. Gründungsmitglied des KFV war u. a. Walther Bensemann („Der Mann, der den Fußball nach Deutschland brachte“, Mitbegründer des DFB und Papa der Fußballfachzeitschrift „kicker“ ).

Der KFV gehörte einst zu den erfolgreichsten Fußballvereinen Deutschlands (besonders vor dem 1. Weltkrieg). Den Deutschen Meistertitel feierte der Verein im Jahre 1910. Zudem wurde der Karlsruher FV 2 mal Deutscher Vizemeister (1905, 1912), 8 mal Süddeutscher Meister (1901-1905, 1910-1912), Südwestkreismeister (1922), Kreismeister Mittelbaden (1924, 1925), Baden-Württembergischer Bezirksmeister (1926), 4 mal Badischer Meister (1928, 1929, 1931, 1932), Bezirksmeister (1938), Kreismeister (1943), Nordbadischer Amateurmeister (1952), Nordbadischer Pokalmeister (1961, 1962, 1965), Nordbadischer Amateurmeister (1974), Bezirksligameister (1981).

      Copyright der Bilder in diesem Artikel: Charles Westermann

Beim KFV spielten auch einige Nationalspieler. Erwähnenswert ist v. a. Gottfried Fuchs, der bei den Olympischen Spielen in Stockholm (1912) gegen Russland (16:0) 10 Treffer erzielte. Dieser Rekord hat heute noch Bestand. Fuchs emigrierte aufgrund seiner jüdischen Herkunft 1937 nach Kanada und starb 1972 im Alter von 83 Jahren.

Nach Julius Hirsch, Nationalspieler des KFV, der von den Nationalsozialisten aufgrund seines jüdischen Glaubens verfolgt und 1933 vom Verein ausgeschlossen wurde, benannte der DFB im Jahr 2005 den Julius-Hirsch-Preis. Diese Auszeichnung ehrt Menschen und Organisationen, die sich für Toleranz und Menschenwürde, gegen Fremdenfeindlichkeit und Extremismus einsetzen. Erster Preisträger 2005 war der FC Bayern München für das „Match of Peace“, in dem die U17 des FC Bayern gegen eine israelisch-palästinensische Jugendauswahl antrat. Im darauffolgenden Jahr erhielten die Fanprojekte vom FC Schalke 04 („Dem Ball is´ egal wer ihn tritt“) und Borussia Dortmund (Kick racism out“) den Julius-Hirsch-Preis. Preisträger 2007: Eichenkreuz Nürnberg und TuS Plettenberg. Mehr Infos über den Julius-Hirsch-Preis und die Preisträger gibt es hier.
Julius Hirsch wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und mit Datum vom 8. Mai 1945 für tot erklärt.


Nach dem 2. Weltkrieg konnte der KFV an seine erfolgreiche Zeit nicht mehr anknüpfen und wurde letztendlich im Oktober 2004 vom Badischen Fußballverband aufgrund eines Insolvenzverfahrens vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Aber der KFV lebt – ab der Saison 2007/08 ist der Verein wieder am Start und fängt von vorne an, in der Kreisklasse C Staffel 3.


Da das „Stadion an der Telegrafenkaserne“ in der Hertzstraße 2006 abgerissen wurde und dort nun ein Seniorenheim entstand, trägt der KFV seine Heimspiele beim Gehörlosenverein in Daxlanden aus. Leider muss sich der KFV für die Zukunft eine neue Spielstätte suchen, da der Gehörlosenverein Insolvenz angemeldet hat und der Mietvertrag gekündigt wurde.


Das „Stadion an der Telegrafenkaserne“ war übrigens das älteste Fußballstadion Deutschlands, bis es abgerissen wurde. In eben diesem Stadion feierte die Deutsche Nationalmannschaft den ersten offiziellen Sieg im Länderspiel beim 1:0 gegen die Schweiz, am 4. April 1909.


Der KFV hatte als erster Verein Deutschlands eine überdachte Sitzplatztribüne und bereits in den Zwanziger Jahren sowas wie ein Entmüdungsbecken, moderne sanitäre Anlagen und eine Sauna.

Derzeit belegt der KFV Platz 10 in der Kreisklasse C3. Der Verein freut sich über jeden Zuschauer und jegliche Unterstützung. Ich persönlich freue mich, dass die KFV'ler sich unermüdlich dafür eingesetzt haben, dass der Verein nicht aus dem Vereinsregister gelöscht wurde und dieser traditionsreiche Fußballverein weiterhin existiert.

Der Karlsruher FV ist ein Stück deutscher Fußballgeschichte!

Quelle der Bilder: 
Mit freundlicher Genehmigung von Charles Westermann

weitere Infos über den KFV Stadtwiki Karlsruhe




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